lofotenangeln Angeltag planen

Ratgeber · Urlaub

Angeln im Lofoten-Urlaub

Du bist wegen der Berge, der Strände und der Mitternachtssonne hier. Trotzdem gehört ein Tag auf dem Wasser dazu. So kommst du hin, so planst du den Angeltag, und so klappt das auch ohne Erfahrung.

Stand 18. Oktober 20265 Minuten Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Anreise: Autofähre Bodø–Moskenes in rund 3,5 Stunden, Flüge mit Widerøe nach Leknes und Svolvær meist über Bodø, oder mit dem Auto über Evenes (bis Svolvær etwa 2 Stunden 45 Minuten).
  • Du brauchst keinen Angelschein im Meer. Vom Ufer geht es mit einer Spinnrute, aufs Wasser per Ausflugsboot oder Mietboot.
  • Gruppenausflüge kosten etwa 750 bis 1.700 Kronen pro Person für drei bis vier Stunden, private Touren ab rund 3.750 Kronen pro Ausfahrt.
  • Kinder können mit, Fisch ausführen dürfen sie erst ab 12 Jahren.
  • Den Fang kannst du in deiner Rorbu zubereiten. Mitnehmen nach Hause geht nur über registrierte Betriebe.

Warum Angeln zum Lofoten-Urlaub gehört

Die Lofoten sind seit Jahrhunderten Fischerinseln. Die roten Rorbuer, in denen heute Urlauber wohnen, waren Hütten für Fischer, die im Winter zum Skrei kamen. Die Holzgestelle mit Stockfisch stehen in fast jedem Dorf. Wer einmal selbst einen Dorsch aus 50 Metern hochholt, versteht die Inseln ein Stück besser.

Und es ist einfach ein guter Tag: raus aufs Wasser, die Berge vom Meer aus sehen, abends den eigenen Fisch in der Pfanne.

Anreise auf die Lofoten

Es gibt drei Wege auf die Inseln, und welcher passt, hängt davon ab, ob du mit Auto, Gepäck und Angelausrüstung kommst.

Mit der Fähre ab Bodø

Die Autofähre von Bodø nach Moskenes im Süden der Lofoten braucht rund 3,5 Stunden. Im Sommer ist sie oft voll, buche deshalb mindestens einen Tag vorher, und jeder Passagier muss sich vor dem Einsteigen registrieren. Zusätzlich fährt ganzjährig ein Schnellboot für Passagiere von Bodø nach Svolvær.

Mit dem Flugzeug

Die kleinen Flughäfen Leknes und Svolvær werden von Widerøe mit Propellermaschinen angeflogen, meist über Bodø, nach Leknes teils auch direkt aus Oslo. Die Maschinen sind klein, Rutenrohre und viel Gepäck solltest du vorher anmelden. Der größte Flughafen der Region ist Harstad/Narvik in Evenes, von dort geht es mit dem Mietwagen weiter.

Mit dem Auto

Über die E10 und die Festlandverbindung Lofast erreichst du die Inseln ohne Fähre. Von Evenes bis Svolvær sind es etwa 167 Kilometer und knapp drei Stunden, von Svolvær bis ganz in den Süden nach Å noch einmal 129 Kilometer und gut zwei Stunden.

StreckeEntfernungFahrzeit etwa
Evenes Flughafen – Svolvær167 km2 h 45 min
Svolvær – Leknes69 km1 h 15 min
Svolvær – Å129 km2 h 20 min
Fähre Bodø – MoskenesÜberfahrt3 h 30 min

Fahrzeiten ohne Pausen, im Sommer mit Wohnmobilen und Fotostopps länger.

Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL), eigene Darstellung. Nicht zur Navigation geeignet.

Drei Wege zum Angeln

Vom Ufer

Am einfachsten und kostenlos. Eine Spinnrute, ein paar Blinker und Gummifische, und du kannst an Felskanten und Sunden Köhler, Pollack und Dorsch fangen. Im Sommer klappt das sogar nach dem Abendessen. Wie und wo, steht im Ratgeber Uferangeln.

Ausflugsboot

Von Svolvær, Henningsvær und anderen Orten fahren Angelausflüge für drei bis vier Stunden, Ausrüstung und Anzüge sind meist dabei. Gut für Einsteiger und Familien. Gruppenausflüge kosten etwa 750 bis 1.700 Kronen pro Person, private Touren, bei denen nur deine Gruppe an Bord ist, beginnen bei rund 3.750 Kronen pro Ausfahrt (Stand Oktober 2026).

Mietboot

Viele Rorbuer und Ferienhäuser vermieten Boote. Du bist frei, musst aber selbst wissen, wo du hinfährst. Für Boote ab 8 Metern oder mit mehr als 25 PS brauchst du einen Bootsführerschein, wenn du nach 1980 geboren bist. Die Schwimmweste ist Pflicht.

Wie viel Zeit du brauchst

Blick vom Boot auf die Berge der Lofoten mit zwei Angelruten im Halter.
Vom Wasser aus sehen die Lofoten noch mal anders aus.

Für einen ersten Eindruck reicht ein halber Tag. In drei bis vier Stunden bist du draußen, fängst mit etwas Glück mehrere Fische und bist zum Abendessen zurück. Ein ganzer Tag lohnt sich, wenn du gezielt auf größere Fische wie Heilbutt willst. Uferangeln passt gut an einen Abend, wenn du tagsüber wandern warst.

Plane den Angeltag nicht für den letzten Tag deiner Reise. Wenn das Wetter nicht passt, brauchst du einen Ausweichtermin.

Rorbu, Ferienhaus mit Boot oder Hotel

Für Angler ist die klassische Rorbu ideal: eine Fischerhütte auf Pfählen direkt am Wasser, oft mit Küche, manchmal mit Steg und Boot. Ferienhäuser mit Boot findest du über die großen Portale und deutsche Angelreise-Veranstalter. Achte auf drei Dinge:

  • Ist ein Boot dabei, wie groß ist es, und brauchst du dafür einen Führerschein?
  • Gibt es eine Filetierstation und eine Gefriertruhe?
  • Ist die Unterkunft als Angeltourismus-Betrieb registriert? Nur dann darfst du Fisch mit nach Hause nehmen.

Im Juli sind gute Unterkünfte früh ausgebucht. Im Mai, Juni und September ist es entspannter und günstiger.

Mit Kindern und ohne Erfahrung

Angeln auf den Lofoten funktioniert auch für Kinder und komplette Anfänger gut, gerade im Sommer, wenn Köhler und Makrelen in Schwärmen stehen und es oft im Minutentakt beißt. Wichtig sind warme Kleidung und eine Schwimmweste in Kindergröße, die ist in Booten unter 8 Metern ohnehin Pflicht. Für Kinder unter 15 ist der Bootsführer verantwortlich.

Wenn jemand zur Seekrankheit neigt, ist Uferangeln die entspanntere Wahl. Und ein Sandstrand mit Plattfisch ist für kleine Kinder oft spannender als ein langer Tag auf dem Boot.

Was du mit dem Fang machst

Fisch zum Essen behalten ist erlaubt, solange er das Mindestmaß hat und keine Schonzeit gilt. Beim Dorsch heißt das auf den Lofoten fast immer 55 Zentimeter. Die meisten Rorbuer und Ferienwohnungen haben eine Küche, und frischer Dorsch oder Köhler aus der Pfanne schlägt jedes Restaurant.

Nach Hause mitnehmen darfst du Fisch nur, wenn du ihn über einen registrierten Angeltourismus-Betrieb gefangen hast, seit 2026 bis zu 15 kg pro Person, ab 2027 nur noch 10 kg. Die Details stehen bei den Regeln für Norwegen.

Häufige Fragen

Kann man auf den Lofoten angeln?
Ja, und zwar ohne Angelschein. Im Meer ist Angeln mit Rute oder Handleine frei, vom Boot und vom Ufer.
Wie komme ich auf die Lofoten?
Mit der Autofähre von Bodø nach Moskenes (rund 3,5 Stunden), mit dem Flugzeug nach Leknes oder Svolvær meist über Bodø, oder mit dem Auto über Evenes und die E10.
Was kostet eine Angeltour auf den Lofoten?
Gruppenausflüge kosten etwa 750 bis 1.700 Kronen pro Person für drei bis vier Stunden, private Touren ab rund 3.750 Kronen pro Ausfahrt (Stand Oktober 2026).
Brauche ich Erfahrung zum Angeln auf den Lofoten?
Nein. Auf Ausflugsbooten bekommst du Ausrüstung und eine Einweisung, und im Sommer beißt es oft so gut, dass auch Anfänger schnell Fisch fangen.
Darf ich den Fisch aus Norwegen mitnehmen?
Nur, wenn du ihn über einen registrierten Angeltourismus-Betrieb gefangen hast, seit 2026 bis zu 15 kg pro Person und höchstens zweimal im Jahr.

Quellen: Visit Lofoten: Fähren und Schnellboote, Store norske leksikon: Lofast, Tolletaten: Fischquote. Regeln ändern sich, prüf vor der Reise den aktuellen Stand.